Eventlocation Grüne Halle
Architektur und Geschichte
High Tech und Denkmalschutz
Im Rahmen der Umgestaltung des Kasernengeländes in der Fürther Südstadt, dessen historische Bausubstanz in das Jahr 1890 zurückreicht, entstand in den frühen 2000der-Jahrenein neues Wohnquartier mit Kleingewerbe, Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen. Neu ist auch der Fürther Südpark, 10 ha groß, an dessen Rande die Grüne Halle liegt.
Architektur In der denkmalgeschützten Halle wurden Mauern entfernt und die weit geschwungenen Stahlträger freigelegt. Die Längsseiten bestehen nahezu ausschließlich aus Glas, sie geben den Fassaden Transparenz. Ein eigens beauftragter Lichtplaner entwickelte eine Lichtkonzeption, die in der gläsernen Halle rund um die Uhr eine Sonnen durchflutete, südliche Lichtstimmung schafft - auch nach Sonnenuntergang.
Die Halle hat eine Grundfläche von 47 x 36 m und eine Höhe in der Mitte von 12 m. In den Längsseiten der Halle sind multifunktionale Räumlichkeiten untergebracht, die als Ladenlokal, Ausschank, Garderobe oder Lagerraum genutzt werden können. Die Mittelfläche, auf der sich sechs Bäume finden, kann von Markständen, Händlern und Ausstellern genutzt werden. An der Querseite gegenüber dem Eingang gibt es den Gastronomiebereich auf zwei Ebenen, mit Außengastronomie und Blick in den Park. Die zweite Ebene wird durch eine breite Galerie geschaffen, die sich auch über eine der Längsseiten und den Eingangsbereich erstreckt.
Das Nutzungsprofil der Halle der Grünen Halle ist von Amfang an als Veranstaltungshalle und Markthalle konzipiert.
Lesungen, Musik, alles mögliche, was nicht gerade Hardrock ist, so beschreibt Stefan Harlé, verantwortlicher Architekt beim Umbau, die Ausrichtung: Heutzutage vermarkten sich viele Architekten über Fotos von ihren Objekten, akustische Gesichtspunkte wurden dadurch immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Dabei ist es für das Raumempfinden existenziell, das visuelle und akustische Empfindungen übereinstimmen.
Mit dem Anspruch, dass die Halle gleichermaßen alle Sinne anspricht,
visuell, auditiv und kulinarisch, in denkmalgeschützter Bausubstanz, waren die Anforderungen sehr hoch.Daher arbeitete Stefan Harlé schon in der Planung vor dem Umbau eng mit Fachleuten auf den Gebieten Akustik und Elektroakustik zusammen. So war ein Gesamtkonzept möglich, bei dem die akustischen Maßnahmen nicht visuell hervortreten, sondern sich perfekt einpassen.
Raumakustik Für die akustische Planung wurde Willsingh Wilson aus Berlin hinzugezogen. Auf seinen Berechnungen fußt auch die Entwicklung der Absorber im gesamten Deckenbereich. Im Erdgeschoss sind die Wände an den Längsseiten und die Tore der Verkaufstände ebenfalls als Absorber ausgelegt, hinter den Schlitzen in der Holzverkleidung befinden sich absorbierende Materialien. Zur Vermeidung von energiereichen Reflexionen wurden die Fensterfronten im gesamten oberen Bereich der Längsseiten schräg gestellt, so dass eintreffender Schall zur absorbierenden Decke reflektiert wird und nicht wieder in den Raum, bzw. auf die gegenüber liegende Seite zurück gelangt. Ein solches sinnvolles Detail lässt sich natürlich nur realisieren, wenn die Notwendigkeit schon bei der Planung feststehen.

Letzter Fahnenapell Anläßlich des Abschieds der US-Army vom Areal der William-O.-Darby-Barracks fand eine Feierstunde in der Grünen Halle statt. Konversion nennt sich der Prozess der Umwandlung militärischer Flächen in Wohnungen oder Gewerbegebiete. Konversion ist aber auch die Umwndlung der ehemaligen Armee-Turnhalle in die Grüne Halle. Weiter...
Bogenkonstruktion Die Bogenkonstruktion der, erst nach dem zweiten Weltkrieg errichteten Sporthalle, hatte eine bauliche Entsprechung in Nürnberg:
Aus Anlass der Bayerischen Landesausstellung 1906 ließen die Vereinigten Maschinenfabriken Augsburg und Nürnberg (MAN) eine Halle (180 m x 49 m) zur Präsentation von großen Maschinen errichten. Der Industriebau aus Stahl und Glas hatte eine jugendstilähnliche Fassade. Benannt nach dem bayerischen Prinzregenten Luitpold (1821–1912) wurde die Halle nach 1906 weiterhin als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt.










